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Univ. Prof. Dr. RUTH WODAK ist emeritierte Linguistikprofessorin an der Universität Wien sowie der britischen Lancaster University. Die Wittgensteinpreisträgerin und vielfach ausgezeichnete Sprachwissenschafterin ist Autorin zahlreicher Publikationen zur Identitäts- und Vorurteilsforschung.

IM INTERVIEW: RUTH WODAK, WITTGENSTEINPREISTRÄGERIN

Hat die Digitalisierung neben der Art, wie wir kommunizieren auch unsere Sprache verändert?

Nicht die Sprache im Allgemeinen, nicht im face-to-face Dialog mit anderen, aber doch manche traditionelle Textsorten. Neue Kommunikationsmittel verlangen eine andere Sprache. Man schreibt keine ellenlangen Briefe mehr, sondern ein kurzes E-Mail samt Attachment. Man schreibt kürzer, direkter, weniger höflich. Hier findet eine Entwicklung statt, wie sie immer stattgefunden hat, von einer Textsorte zur nächsten. Es gab Zeiten, da schrieb man in ersten Linie Essays, dann Gedichte, dann bestimmte Gedichtformen. Und irgendwann kamen SMS, E-Mails und Twitter.

Empfinden Sie das als Bereicherung?

Durchaus. Man muss nur aufpassen, dass man Bereicherndes und Funktionales richtig einsetzt. Die SMS voller Emoticons sollte man beispielsweise eher nicht an den Vorgesetzten schicken. Die Höflichkeit darf man sich keinesfalls abgewöhnen. Man muss einfach wissen, wann man zu wem wie höflich zu sein hat. Solange diese situationsadäquate Kompetenz vorhanden ist, erleben wir eine – durchaus effiziente – Bereicherung der Sprachkultur. Mit der Technik eröffnen sich zudem ganz neue Möglichkeiten, auch neue partizipative Formen direkter Demokratie. Und leider andererseits auch die Welt der anonymen Hasspostings. Beides sind jedoch Facetten desselben Phänomens.

Woran denken Sie beim Begriff Effizienz?

Spontan denke ich dabei an pragmatische, sinnvolle Lösungen. Wie organisiere ich meine Zeit? Wie kann ich trotz zu vieler Deadlines und komplexer Inhalte das Wesentliche sinnvoll und zeitgerecht erfassen? Das ist Effizienz für mich. In gewisser Weise scheint dies dem Ideal der Wissenschaft zu widersprechen, das besagt, dass innovative Wissenschaft viel Zeit braucht und möglichst grundlegend sein soll.

Aber?

Aber Wissenschaft ist eben auch ein Beruf wie jeder andere, nicht nur etwas, was man aus Leidenschaft macht. Da gilt es, vieles unter einen Hut zu bringen: Unterrichten, verwalten, forschen, betreuen, Hochschulpolitik, usw. Ohne eine gute Zeitplanung funktioniert das nicht. In England etwa finden Sitzungen sehr verknappt statt. Was in einer Stunde nicht beschlossen wird, wird nichts. Das zwingt alle dazu, effizient zu sein, sehr gut vorbereitet hinzukommen und sehr klare Vorstellungen davon zu haben, was man erreichen will. Hat man das nicht, verliert man.

Außer Zeit, was braucht gute Forschung noch?

Diskussion, Dialog und Debatten, miteinander im Gespräch sein. Zeiträume, in denen man ohne klares Ende miteinander nachdenken darf. Das ist für Dialog und Kreativität essenziell. Ebenso wichtig sind – zweitens – Phasen der Erholung, um den Kopf freizubekommen. Für Manager wie für Wissenschaftler heißt das, sich genügend Reflexionszeit zu nehmen. Effizienz bedeutet nicht Geschwindigkeit, ist kein Gegensatz zur Qualität. Und drittens, und das wird in Betrieben nicht gern gesehen: Man muss Fehler machen dürfen, muss Irrwege gehen dürfen. Wer wirklich Neues schaffen will, muss bereit sein, Risiken einzugehen. Wenn man Wissenschaft und Forschung diese Risikofreude nicht zugesteht, bleiben sie banal.

Univ. Prof. Dr. RUTH WODAK ist emeritierte Linguistikprofessorin an der Universität Wien sowie der britischen Lancaster University. Die Wittgensteinpreisträgerin und vielfach ausgezeichnete Sprachwissenschafterin ist Autorin zahlreicher Publikationen zur Identitäts- und Vorurteilsforschung.

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