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KLAUS BRAMMERTZ ist CEO der Bauwerk Boen Group. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz produziert Parkettböden und beschäftigt in Europa, Asien und den USA 2.000 Mitarbeiter. Verkauft werden pro Jahr 9,5 Mio. m2 Parkett, das in der Schweiz und Litauen produziert wird.


Das Gespräch mit Klaus Brammertz finden Sie auch in unserem Magazin The Efficiency Review . In Interviews mit CEOs, Reportagen und Berichten gehen wir der Effizienz auf den Grund. Und stoßen bei all den unterschiedlichen Zugängen dabei auf interessante Parallelen.

IM INTERVIEW: KLAUS BRAMMERTZ, BAUWERK BOEN GROUP

Was ist Effizienz?

Mit vorhandenen Ressourcen optimale Ergebnisse erzielen. Nicht maximale, sondern optimale.

Wo liegt der Unterschied?

Maximal ist, was sich kurzfristig ansteuern, aber nicht nachhaltig erreichen lässt. In der Produktion etwa der Wert, den ich kurz, einen Tag, eine Schicht lang erziele. Das Optimum ist, was ich durch Prozessoptimierung dauerhaft erreichen und auch halten kann. Aber auch die Definition des Optimalen verändert sich mit der Zeit. Es braucht immer Impulse, um sich mit Effizienz zu beschäftigen. In der Regel sind das Wettbewerbsbetrachtungen, es können aber auch die eigenen Zahlen sein, die einen zum Handeln zwingen.

Erzeugt das Streben nach Effizienz auch Druck?

Das kann es, natürlich. Es gibt einem aber auch eine immense Befriedigung. Wie beim Sport, wenn man leistungsfähiger wird, so steigt auch bei industriellen Prozessen das Maß der Rückkopplung und der Zufriedenheit. Weil die Organisation durch Prozessoptimierung effizienter wird. Weil man selbst gesteckte Ziele erreicht. Wie bei jedem Optimierungsunterfangen stellt sich zunächst die Frage: Habe ich wirklich alle relevanten Daten herangezogen? Werden wichtige Bereiche nicht ausreichend beachtet, kann sich das Streben nach Effizienz durchaus nachteilig auswirken.

Weil man von falschen Grundannahmen ausgeht? Von fehlenden Ressourcen?

Ein typischer Fehler ist, mittelbar an der Effizienz beteiligte Unternehmensbereiche nicht zu berücksichtigen. Wie den Einfluss des Produktionsmanagements oder der Qualitätssicherung auf den Produktionsprozess. Die Ressourcenknappheit ist gar nicht so sehr gegeben, weil wir heute in Effizienz- und Produktivprozessen zielgerecht arbeiten. Was zählt, ist das Ergebnis. Wenn etwa der Personalaufbau das probate Mittel ist, um nachhaltig erfolgreich zu sein, werden eben mehr Leute eingestellt. Manchmal ist man einfach zum schnellen Handeln gezwungen.

Aber angenehmer wäre es, sich mehr Zeit lassen zu können, um Entscheidungen zu treffen?

Natürlich. Aber unsere Welt unterliegt sehr schnellen Veränderungen. Darum gibt es ja Konzepte wie Kaizen. Es ist erwiesen, dass das Anwenden solcher Prinzipien, das Abwägen der Parameter im Vorfeld und das Verwenden von Szenariotechniken zu einer viel höheren Treffsicherheit führen.

Das lässt das wirtschaftliche Umfeld aber nicht immer zu?

Das Umfeld lässt es immer zu. Nur lässt man sich als Träger wirtschaftlicher Entscheidungen mitunter dazu hinreißen, zu schnell zu agieren. Man glaubt, die Zeit nicht zu haben.* Dadurch, dass andere effizienter sind, dass Benchmarks auseinanderdriften, kommt man in die Situation betriebsamer Hektik, in der man denkt, jetzt aber ganz schnell!

Was kann man tun, um dem ein wenig entgegenzuwirken?

Wir dürfen nicht vergessen, den Erfolg auch zu zelebrieren. Darum spreche ich bewusst vom Optimum und nicht vom Maximum. Wenn ich den Bogen überspanne, mit dem Erreichten nicht mehr zufrieden sein kann, dann wird es fatal. Es hilft, eine Zäsur zu setzen, in Ruhe nachzudenken und sich neue Ziele setzen

Was wäre denn so ein Ziel für unsere Gesellschaft?

Etwas ganz Banales. Mehr miteinander statt gegeneinander. Ich stelle mit Besorgnis die Trends zur Individualisierung, zur Separation, zur Kleinststaatenbildung und zur allgemeinen Unfähigkeit, miteinander klarzukommen, fest. Menschen tendieren dazu, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eher kleineren Einheiten ihr Vertrauen zu schenken. Bei der Informationsüberflutung, beim Zurechtfinden auf unserer Erde merken wir, dass wir kleinere Pakete besser begreifen können. Aber auch die führenden Gelehrten haben nicht verstanden, in welchen Zusammenhängen die Finanzwirtschaft operiert. Dadurch hat auch keiner vorhersehen können, welche Welle da auf uns zuschwimmt.


 

KLAUS BRAMMERTZ ist CEO der Bauwerk Boen Group. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz produziert Parkettböden und beschäftigt in Europa, Asien und den USA 2.000 Mitarbeiter. Verkauft werden pro Jahr 9,5 Mio. m2 Parkett, das in der Schweiz und Litauen produziert wird.


Das Gespräch mit Klaus Brammertz finden Sie auch in unserem Magazin The Efficiency Review . In Interviews mit CEOs, Reportagen und Berichten gehen wir der Effizienz auf den Grund. Und stoßen bei all den unterschiedlichen Zugängen dabei auf interessante Parallelen.

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