Interview – 17. Aug 2019
HIER WIRD MAN ALS CONSULTANT NICHT INS EISKALTE WASSER GEWORFEN.
Frau Wipplinger, darf ich fragen, was Sie studiert haben? Und würden Sie heute etwas anderes machen?

Ich habe den Bachelor für internationale Betriebswirtschaft und Marketing an der WU gemacht, den Master in Marketing. Das ist vermutlich nicht unbedingt typisch, wenn man einen Job in einer  Industrieberatung will.
Interessante Frage, ob ich jetzt etwas anderes studieren würde. Im Nachhinein ist man natürlich schlauer. Rückblickend würde ich wahrscheinlich eher in Richtung Supply Chain gehen oder etwas ganz anderes machen.

Soziologie zum Beispiel?

Wahrscheinlich nicht! (lacht) Für mich sind es schon immer die Sprachen gewesen, die mich extrem interessieren und riesig Spaß machen. Ich würde dann wohl auch in diese Richtung gehen. Auf jeden Fall aber war und ist mir der internationale Kontext in meinen Beruf sehr wichtig.

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.

Klingt gut. Aber wie ist dann der Wunsch entstanden, ins Consulting zu gehen? Was hat Sie an der Branche gereizt?

Nach dem Studium und der ganzen Theorie wollte ich einfach mal raus in die Praxis, ins Projektmanagement. Ich wollte mich weiterentwickeln, Skills aneignen, mich mit ganz unterschiedlichen Dingen auseinandersetzen und Einblicke in verschiedene Unternehmen und Abteilungen bekommen. Beratung ist dann eben die Chance, innerhalb kurzer Zeit in viele Bereiche einzutauchen.

Und warum die Syngroup? Wie sind Sie hierhergekommen – und was hat Sie überzeugt?

In meinem Fall ging es über einen Freund, der schon bei der Syngroup gearbeitet hat. Das kommt ja bei einigen vor. Die Syngroup ist definitiv anders als viele Beratungen, von denen ich gehört hatte. Das hat mir sofort zugesagt, weil bei uns eben nicht dieses typische Beraterklischee erfüllt wird, das eigentlich jeder kennt.

Elisabeth Wipplinger, Consultant
Und was hat Sie inhaltlich angesprochen?

Für mich war spannend, dass sich alles auf die Industrie konzentriert hat. Es war mir total recht, gleich im Kundenkontakt loszulegen, in der Produktion sofort mit den Leuten zu diskutieren und nicht immer nur Präsentationen zu erstellen. Das alles hat mir so gut gefallen, weil ich es mir genau so erhofft hatte.

Was genau machen Sie jetzt eigentlich für die Syngroup?

Sehr Unterschiedliches. Ich bin seit eineinhalb Jahren bei der Syngroup. In den ersten Monaten war ich bei einem Kunden in Frankreich an drei unterschiedlichen Standorten in der Produktion. Thema war Effizienz, also Produktivitätssteigerung. Dabei ging’s um die Abläufe in der Produktion, Interviews mit den involvierten Leuten, Beobachtungen, Analysen, die Erstellung von Tools. Da braucht man dann sehr, sehr gute Excel-Kenntnisse, aber zum Glück kann man da von den Kollegen in kurzer Zeit sehr viel lernen.
Bei einem anderen Projekt geht es um die Standardisierung von Standorten. Bei diesem Kunden steht nicht die Produktion im Mittelpunkt, sondern der Vertriebsinnendienst. Da muss man über Interviews und viele Analysen vergleichen, wie läuft es hier, wie läuft es in anderen Bereichen, wie kann man das auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Also ganz viel Kundenkontakt, aus dem sich das Vorgehen ergibt und viel weniger klassisches Prinzip: Vorgesetzter schafft an, man setzt um.

Aber es gibt natürlich ein Briefing, eine Vorgabe.

Absolut, ja, es ist kein eiskaltes Wasser, in das man hier als Consultant geworfen wird. Aber in beiden Fällen war vieles doch sehr neu und herausfordernd für mich: alleine beim Kunden sein, schon früh Verantwortung tragen. Wichtig ist natürlich die Abstimmung und das Briefing im Vorhinein, das hat im Team dann sehr gut funktioniert.

Und wie sieht nun so ein Arbeitstag oder eine Arbeitswoche aus? Ich nehme an, das ist nicht leicht festzulegen?

Man stellt sich die Frage: Wie schaffe ich das, ich hab das ja noch nie gemacht? Und dann nimmt man trotzdem die Herausforderung an, wächst mit der Chance, weil man in kurzer Zeit so viele neue Dinge und Orte kennenlernt. Aber dazu muss man, glaube ich, ein spezieller Typ sein.

Das kann ich mir gut vorstellen.

Ja, wobei ich nicht sagen kann – ich bin jetzt Mitte 20 –, ob ich das jahrelang so weiter machen will. Natürlich gibt es manchmal einen Punkt, wo man sich nach Routine sehnt. Aber auch dann ist es bei der Syngroup möglich, neben den Projekten, zwischendurch, auch mal wieder in Wien zu sein. Um dann, wie soll ich sagen, auch bei den sozialen Kontakten wieder etwas aufzuholen, weil durch das Reisen ist das natürlich oft nicht einfach.

Was zeichnet für Sie ein gutes Team aus? Wie wichtig ist dabei Vielfalt – und sind diverse Teams per se im Vorteil?

Mit divers meinen Sie jetzt nicht unterschiedliche Aufgaben, sondern –

Geschlechter, Nationalitäten, Altersunterschiede.

Also bzgl. Nationalitäten kann ich das gut beantworten. Bisher sind meine Projekte ja nur international abgelaufen, in meiner Arbeit kommuniziere ich nie wirklich auf Deutsch, höchstens im Kontakt mit den Kollegen. Kulturelle Vielfalt kann immer eine Challenge sein, das darf man nicht unterschätzen.
In der Zusammenarbeit im Team finde ich Diversity jedenfalls sehr wichtig. Unterschiedliche Sichtweisen sind oft entscheidend im Lösungsprozess und ein riesiger Vorteil. Ich denke, es macht für mich auch keinen Unterschied, ob mir ein Mann oder ein Frau vorgesetzt ist.

In der Syngroup gibt es nicht sehr viele Beraterinnen, so viel ich weiß. Consulting ist an sich offensichtlich männerdominiert. Wie sind Sie aufgenommen worden?

Sehr gut. Da war eigentlich nie irgendetwas negativ oder so. Ganz im Gegenteil, es herrscht eigentlich immer ein angenehmer, relaxter Umgang. Wobei ich aber keinen Vergleich zu anderen Beratungen habe.

Warum glauben Sie, gibt es im Verhältnis immer noch so wenige Consulterinnen?

Ich glaube, dass trotz allem immer wieder der Gedanke an die biologische Uhr eine Rolle spielt. Oder: Will ich mich da jetzt wirklich committen, was ich dann nicht zu Ende tragen kann, weil ich mich nicht als Partnerin im Unternehmen sehe? Aber ich glaube, es gibt heute ganz unterschiedliche Karrierewege.

Aber diese scheinen für viele Frauen nicht so adäquat zu sein, wie es eben für Männer der Fall ist?

Vielleicht denken sich das einige. Ich denke mir: Warum nicht auch ich? Für mich ist es einfach gut, zu reisen und endlich alles anzuwenden, was ich studiert habe. Das ist für mich völlig klar.

Ich wünsche mir von Syngroup:

Die Möglichkeit, auch weiterhin auf persönliche Wünsche einzugehen. Dass man nicht als Assistent behandelt wird, sondern kollegial und auf Augenhöhe, dass einem zugehört und dann auch darauf eingegangen wird. Das wünsche ich mir weiterhin.

Berater_Innenleben bedeutet:

Viel Abwechslung. Und in meinem Fall auch viel reisen.

Die wichtigste Eigenschaft einer guten Beraterin/eines guten Beraters ist:

Sich auf das Wichtigste konzentrieren zu können, aber dennoch alle wichtigen Details zu sehen, wenn es darauf ankommt, in die Tiefe zu gehen.

Meine größte Stärke ist:

Meine soziale Kompetenz und meine Sprachkenntnisse.

Meine Kollegen schätzen an mir vor allem:

Meine fast immer gute Laune.

Das Spannendste an internationalen Projekten ist:

Immer wieder auf Dinge zu treffen, von denen man gar nicht gewusst hat, dass diese überhaupt ein Problem sein können.

Der Syngroup-Claim „The Efficiency Consultants“ ist für mich:

(überlegt lange) Für mich ist er einmalig.